Von Pasi Echner Juni 16, 2026
Stadtradeln 2026 - Brachiales Ballern mit der Brechstange!
Liebe Radsportfreunde,
unglaublich, was das Schreinerdorf direkt am ersten Tag wieder an Kilometern rausgehauen hat. Eine ausführlichere Stat-Attack zur ersten Stadtradeln-Woche wird es wie üblich im nächsten Amtsblatt geben.
Zu einer ganz besonderen Tour mit ganz vielen Kilometern machten sich sechs (!) Personen der Rennradfraktion des CCE direkt am Sonntagmorgen um 05:00 Uhr auf. Tobias Karpstein, Johann Triller, Jörn Hartmann, Pasi Echner und Max Stier hatten sich am ersten Tag das Knacken der 300 Kilometermarke zum Ziel gesetzt - im Notfall mit Gewalt und mit der Brechstange. Bis Neustadt wurden sie zudem begleitet durch den Freund des CCE Matthias Kirsch aus Neidenstein, der regelmäßig an den Ausfahrten des CCE teilnimmt und extra um 04:00 Uhr aufstand, um sie zu begleiten. Ab Neustadt stieß noch Janik Richter hinzu, bei dem es terminlich um 05:00 Uhr nicht gepasst hatte und der sich zur Teilnahme extra nach Neustadt fahren ließ (danke, Katja!).

Die Rennradfraktion des Club Cycliste in Neustadt vor dem Anstieg hoch nach Johanniskreuz im Pfälzer Wald.
Ein Zeichen direkt zum Stadtradeln-Auftakt setzte Max „Bike Beast“ Stier. Vorher noch nie mehr als 130 Kilometer am Stück gefahren, erschienen ihm anscheinend 300 Kilometer an einem Tag als lächerlich wenig und etwas für Warmduscher. Traditionell startete er die Stadtradeln-Kampagne deshalb also wie jedes Jahr um 00:00 Uhr und radelte schon eine Stunde. Kurz nach 01:00 Uhr legte er sich für drei Stunden aufs Ohr und stand pünktlich um 05:00 Uhr am Start. Zwar büßte er dafür gegen Ende der Tour ein klein wenig, kam an den Rand seiner Kräfte und musste ähnlich wie der von Krämpfen geplagte Johann (auch er hat trotzdem tapfer durchgebissen) über die Schmerzgrenze hinweggehen, doch gestärkt durch eine Currywurst mit ca. einem Kilo Pommes, das auf den Tellern der übrigen Teilnehmer, denen es nach unzähligen Riegeln, Gels, Gummibärchen, Bananen, etc. nicht unbedingt nach Essen zu Mute war, übrig blieb, kämpfte er sich wacker bis ins Ziel in Eschelbronn durch.
Kurz zur Tour: Die RRF des CCE fuhr von Eschelbronn aus Richtung Westen, in Speyer über den Rhein, ab Neustadt durchs Elmsteiner Tal hoch nach Johanniskreuz, durch den Pfälzer Wald und das Dahner Felsenland ins Elsass nach Wissembourg, wo die Mittagspause anstand. Von dort ging es weiter nach Lauterbourg, am Rhein entlang wieder nach Speyer und von dort heim ins Schreinerdorf, wo man um 18:45 Uhr erschöpft aber sehr zufrieden ankam. Betrachtet man die Tatsache, dass vier Neulinge dabei waren, was das Fahren von Ultra-Distanzen angeht, so ist es doch beachtlich, dass man die letztlich 312 Kilometer mit einem Schnitt von knapp 30 km/h bei 10 Stunden und 27 Minuten Nettofahrtzeit durchballerte. Von allen eine klasse Leistung und schön, dass die ganze Gruppe gemeinsam durchkam. Stolz können sich alle Teilnehmer nun als Randonneure bezeichnen.

Pause mit wohl verdienter Stärkung bei der Mittagspause in Wissembourg im Elsass.
Der Begriff Randonneur wurde übrigens schon häufiger in der Stadtradeln-Berichterstattung in Bezug auf die Eschelbronner Stadtradler verwendet - teilweise etwas leichtfertig. Deshalb ist es mal wieder an der Zeit, dem interessierten Leser näherzubringen, was es mit dieser Bezeichnung auf sich hat. Ein Randonneur ist ein Langstreckenradfahrer, der lange Distanzen von 200, 300, 400 oder gar 600 Kilometer autark ohne Unterstützung aus einem Begleitfahrzeug zurücklegt. Die ultimative Herausforderung für Randonneure stellt das Brevet Paris-Brest-Paris dar: ca. 1.200 Kilometer nonstop. Das ist eine Distanz, die für viele Teilnehmer in drei Wochen Stadtradeln schon ein erstrebenswertes Ziel darstellen würde. Im Radsport spricht man ab 200 Kilometern am Stück von einem Radmarathon, ab dieser Distanz kann man sich also mit Fug und Recht als Randonneur bezeichnen.
Möchten auch Sie dieses Jahr den Rang eines Randonneurs erreichen? Dann machen Sie mit. Sie müssen aber nicht unbedingt 200 Kilometer am Stück zurücklegen. Jeder Kilometer zählt und trägt zum Eschelbronn Erfolg bei. Sie haben sich noch immer nicht registriert? Dann wird es nun allerhöchste Zeit. Anmeldungen sind weiterhin unter www.stadtradeln.de/eschelbronn möglich. Sie können auch einfach den QR-Code unten scannen, um zur Anmeldung zu gelangen. Schließen Sie sich entweder der Équipe Vélo Village Eschelbronn oder einem der Unterteams an.

Vive le vélo! Allez les cyclistes d’Eschelbronn!
Mit sportlichem Gruß
Pasi Echner Gemeinderat, Radsport-Traditionalist und Bewahrer der Radkultur